Il Campo dei Miracoli- Der Platz der Wunder

Science and art belong to the whole world, and before them vanish the barriers of nationality.
(Goethe)

Ein wichtiges Vorwort

Gewidmet dem Pisa-Reisendem (und nicht dem Touristen)

Das Feld der Wunder ist die bekannteste Attraktion in Pisa und einer der berühmtesten Plätze der Welt. Ein Großteil der Touristen, die in die Toskana kommen, um hier ihre Ferien zu verbringen besuchen den Platz vor dem schiefen Turm, das Duomo, das Baptisterium, den monumentalen Friedhof und die Museen, um dann Pisa gleich wieder zu verlassen. Dies provoziert normalerweise eine "love it or hate it" Reaktion, die einer der schönsten Städte der Toskana nicht gerecht wird.

Hier ist eine kurze Beschreibung des Platzes der Wunder: Weiterführende Informationen zu diesem Teil der Stadt finden Sie sehr leicht in Reiseführern oder im Internet. Wir stellen für diejenigen Reisenden, deren Reaktion "Ich liebe Pisa!"ist einige Links zu interessanten Websites zur Verfügung, aber wir sind der Meinung, dass es wirklich wichtig ist zu betonen, dass der schiefe Turm nur eines der vielen schönen Schmuckstücke von Pisa ist.

Beschränken Sie Ihren Besuch nicht auf diesen Platz, Sie würden sonst den wahren Flair dieser lebhaften, mediterranen Universitätsstadt verpassen und denken, dass Pisa nur aus Souvenirständen und Touristenrestaurants besteht.

Pisa ist keine "Touristenfalle", sie ist eine echte Stadt und eine wunderschöne noch dazu.. Lassen Sie einfach den Platz der Wunder hinter sich, wenn Sie Ihre Postkarten und Souvenirs gekauft haben und Sie werden eine völlig andere und angenehme Stadt kennenlernen.

Das Feld der Wunder Das Feld der Wunder

Zurück zu diesem Weltwunder

Wir werden den Großteil der traditionellen Informationen, die Sie in jedem Touristenführer finden können überspringen und Ihnen stattdessen Vorschläge machen, was Sie auf dem Platz vor dem Weltwunder des schiefen Turms von Pisa unternehmen können.

Der Piazza del Duomo in Pisa, der Platz der Wunder, liegt am Rande der alten mittelalterlichen Stadt. Sie müssen danach suchen, werden ihn jedoch nicht finden, wenn Sie erwarten ihn mitten im Stadtzentrum zu finden: dort liegt das Königreich des Flusses Arno, der Pubs, Bars und das Herz des Nachtlebens von Pisa.

Der schöne Duomo und der schiefe Turm stehen am Ende der Liste mit Sehenswürdigkeiten eines Reisenden, der mit dem Zug nach Pisa kommt. Getreu dem Motto: Dulcis in fundo… was in etwa bedeutet: "Das Beste kommt zum Schluss"!!!

Der Platz selbst wird nicht von den umliegenden Gebäuden erstickt. Er steht abseits und unabhängig von allen umgebenden Gebäuden mit einem wunderschönen Kontrast zwischen dem grünen Gras und dem weißen Marmor.

Im Winter ist er oft fast völlig verlassen. Im Frühling ist er wirklich sehr schön und mehr und mehr bevölkert. Aber wenn Sie zufällig bei Frühlingsbeginn in Pisa sind, wenn die ersten milderen Tage beginnen, genießen Sie einfach mal Ihr Mittagessen auf den grünen Rasen zusammen mit den vielen Studenten, die im Gras und den unteren Stufen des Duomo sitzen, um vor ihrer nächsten Stunde zu essen, singen, lachen oder zu lesen.

Verpassen Sie nicht den Platz in der Nacht zu besuchen! Sie werden einen vollkommen anderen Platz kennenlernen, der wirklich beeindruckend ist. Es ist ruhig und der Platz wird von fantastischen, hellpurpurnen Lichtern erhellt.

Studenten und Touristen genießen ihr Mittagessen auf dem Rasen. Studenten und Touristen genießen ihr Mittagessen auf dem Rasen.

Also, was ist so besonders an diesem Platz?

Neben der Schönheit der Gebäude, die eine harmonische Einheit bilden, z.B. das Duomo, das Baptisterium des heiligen Johannes, der Camposanto (der Friedhof) und der bekannteste Glockenturm der Welt, der schiefe Turm von Pisa, ist auch die Geschichte des Platzes selbst hochinteressant.

Der Platz liegt an den ältesten Stadtmauern aus dem frühen Mittelalter, die 1155 erbaut wurden und perfekt erhalten sind. Die Mauern und das Tor, das Porta Nuova genannt wird, sind wirklich schön, obwohl sie allzu oft wegen ihrer bekannteren "Gesellschaft" unbemerkt bleiben.

Es dauerte Jahrzehnte, um diese Gebäude zu errichten. An ihrer Bedeutung gemessen scheint dies geradezu offensichtlich zu sein. Es ist jedoch bemerkenswert, dass nicht einmal der Wandel des architektonischen Geschmacks vermochte die überragende Qualität des Komplexes (vom Romanismus bis zur Gotik) zu beeinflussen. Dies könnte ein Resultat dessen sein, was Luca Bertini, ein Experte, was die Geschichte der Stadt betrifft, die "pisanische mittelalterliche Kultur" nennt, die "streng einem Plan folgt, der das Leben eines einzelnen Menschen überdauert und von Vater zu Sohn überliefert wird." Kein Wunder, dass es so viele Künstler mit denselben Nachnamen gibt, wie die vielen Straßennamen den Kunstliebhabern verraten!

Der schiefe Turm war von Anfang an als "lebhafter" Ort vorgesehen. Er ist ein ganz besonderer Glockenturm: er verfügt über einigee Loge auf der man bequem gehen und stehen kann und von der aus man den Blick über das Geschehen unter einem genießen kann. Dies ist wahrscheinlich kein Zufall, sondern wurde absichtlich so konzipiert, dass wichtige Persönlichkeiten von dort aus Zeremonien und Stadtfeste überschauen konnten.

Der 15. August ist ein wichtiger Tag in Italien. Er wird Ferragosto genannt und ist einer der populärsten Feiertage im Land. Es ist ein religiöser Feiertag, der der Heiligen Jungfrau gewidmet ist. Schon im Mittelalter war er ein wichtiger Tag im pisanischen Kalender.

Heute ist Pisa eine multikulturelle Stadt mit vielen Einwanderern und ausländischen Studenten und Touristen.

Dies ist jedoch kein Novum für die Stadt.. Am 15. August wurde der Platz der Wunder zu einem riesigen Marktplatz, auf dem Menschen aus allen Teilen der bekannten Welt zusammentrafen und wo auf dem Platz des Duomo in den folgenden Wochen der freie Handel garantiert wurde. Araber, Menschen aus dem Norden, Flandern, Deutsche, spanische Kaufleute und viele andere waren in der Stadt willkommen.

Wichtige Gäste konnten diesen lebhaften Markt und die Feierlichkeiten von hoch oben beobachten und die schöne Aussicht genießen.

Die mittelalterlichen Stadtmauern Die mittelalterlichen Stadtmauern

Wo soll man anfangen?

TDie Kathedrale oder Duomo ist ein guter Anfang. Sie ist das älteste Gebäude des Komplexes und wurde der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet, Jahre bevor dies zu einem Dogma des katholischen Glaubens erklärt wurde.

Es wurde im Jahre 1063 auf den Überresten alter Tempel der Etrusker und Römer erbaut.

Wir werden uns an dieser Stelle weitere Ausführungen der technisch-künstlerischen Details und der Geschichte dieses Gebäudes sparen, die jedoch in fast allen Reiseführern sehr ausführlich beschrieben werden.

Lieber weisen wir Sie darauf hin, dass, wenn Sie erwartet haben lediglich ein schiefes Gebäude auf dem Platz vorzufinden, Sie eine Überraschung erleben werde; denn auch die Kathedrale und das Baptisterium stehen nicht vollkommen senkrecht. AVielmehr finden sich in der ganzen Stadt verschiedenste schief-stehende Gebäude und Glockentürme, was auf den unstabilen und wasserreichen Boden zurückzuführen ist.

Sie sollten auch nicht die Türen von Bonanno Pisano verpassen: sie sind einfach erstaunlich. Sie werden bemerken, dass einige der Figuren besonders poliert sind, weil Menschen aus der ganzen Welt sie seit Jahrhunderten auf der Suche nach Glück, Gesundheit und Fruchtbarkeit berührten.

Die Kirche verlangt zwar aEintrittspreise, die sich jedoch auf jeden Fall lohnen. Im Inneren der Kirche sollten Reisende einen Blick auf die von Giovanni Pisano gestaltete Kanzel werfen, die fast identisch mit der Kanzel in der Kathedrale von Siena ist.

Natürlich ist das Duomo voller Kunstwerke, aber ich möchte einige Worte über Legende verlieren, die den Pisanern besonders am Herzen liegt. In der Mitte des Kirchenschiffs hängt ein bronzener Kronleuchter, der als Galileos Kronleuchter bekannt ist. Der Legende zufolge sollen Galileo Galilei seine Theorien zum Pendel eingefallen sein, als er in der Messe saß und von dem hin und her schwingendem Kronleuchter abgelenkt wurde. Unglücklicherweise handelt es sich lediglich um eine Legende, denn der Kronleuchter wurde erst vier Jahre nach seinen Entdeckungen aufgehängt.

Die Kathedrale beherbergt zudem die Überreste des heiligen Ranieri, des Schutzheiligen von Pisa. Zu seinem Gedenken wird ein erstaunliches Fest gefeiert, das Luminara am 16. Juni und am 17. Juni, der San Ranieris Tag, mit der historischen Regatta.

Das Duomo und der schiefe Turm von Pisa Das Duomo und der schiefe Turm von Pisa

Lasst uns das mit dem schiefen Turm hinter uns bringen!

Nach der Kathedrale kann kein Reisender der Versuchung wiederstehen, den schiefen Turm zu erklimmen... vorrausgesetzt er oder sie kann es sich leisten und häufig muss man auch im Voraus reservieren.

Der ursprüngliche Erbauer dieses architektonischen Meisterwerks (vergessen wir für einen Moment den "schiefen Kram"...) ist nicht bekannt, oder zumindest kann niemand mit absoluter Sicherheit sagen, ob nun Bonnanno Pisano oder Diotisalvi die Arbeiten am Turm begann.

Vor ein paar Jahren, fand man jedoch bei Ausgrabungen zur Stabilisierung des Turms einen Sarkophag mit der Aufschrift: "...pisanus civis Bonanno nominee...", was die Archäologen glauben ließ, Bonanno sei dort unter seinem Meisterstück begraben.

Der Turm wurde zwischen 1173 und dem Ende des 14 Jahrhunderts erbaut. Man brauchte so lange, weil sich der Turm schon damals zu neigen begann als man gerade einmal das dritte Stockwerk fertiggestellt hatte und alle Arbeiten zunächst auf Eis gelegt wurden. Erst einhundert Jahre später setzte man die Arbeiten fort. Wenn man den Turm genauer betrachtet erkennt man, dass der Turm nicht nur schief steht, sondern dass er in sich selbst leicht gebogen ist. Man versuchte durch diese Bauart den Turm insgesamt mehr in die Senkrechte zu bekommen und so sein Umkippen zu verhindern.

In den vergangenen Jahren wurde Arbeiten an der Sohle des schiefen Turms ausgeführt, so dass der Turm nun weniger schief ist als er es vor 5 Jahren war. Gelehrte behaupten, der Turm sei in die Position zurückgebracht worden, die er vor 200 Jahren eingenommen hatte.

Nach einigen Jahren, in denen es nicht möglich war den schiefen Turm zu besteigen, wurde er nun für all jene wieder geöffnet, die bereit sind die 293 Stufen hinaufzuklettern. Es ist nicht möglich ohne Führer bis zur Spitze hinaufzusteigen. Es sind ausschließlich geführte Touren möglich.. Eintrittskarten für den schiefen Turm können online gebucht werden oder auf dem Platz der Wunder. In der Nebensaison ist es möglich Eintrittskarten direkt an Ort und Stelle zu kaufen. In der Hochsaison ist es sicherer im Voraus zu buchen.

Der Schiefe Turm von Pisa Der Schiefe Turm von Pisa

Bist du ein Student? Laufe niemals um das Baptisterium!!!

Das Baptisterium ist der schlimmste Feind der Studenten der Universität von Pisa: Wenn du als Erstsemester um das Baptisterium läufst wirst du niemals deinen Abschluss machen! Naja... zumindest wenn man dieser Vorstadtlegende Glauben schenkt...

Die Arbeiten am Baptisterium wurden von Diotisalvi 1152 begonnen und wurden im 14. Jahrhundert beendet. Der Innenraum hat einen Durchmesser von 35,5 Metern und verfügt über eine verblüffende Akustik. Man kann auf der einen Seite des Korridors flüstern und eine Person auf der gegenüberliegenden Seite kann einen problemlos verstehen.

Werfen Sie auch einen Blick auf die Kanzel von Nicola Pisano. Sie ist hexagonal und einige Gelehrte glauben, dass diese Form vom mysteriösen architektonischen Stil, den Frederick der II. für seine Schlösser in Apulia bevorzugte, beeinflusst ist und dass Apulia deshalb die Heimat des Künstlers sein könnte.

Das Baptisterium des heiligen Johannes Das Baptisterium des heiligen Johannes

Der Camposanto Vecchio

Was normalerweise mit Camposanto Monumentale (Monumental Friedhof) bezeichnet wird, war ursprünglich als Camposanto Vecchio (der alte Friedhof) bekannt und wird auch heute noch von den Anwohnern so genannt.

Neben den elaborierteren Gebäude der Kirche scheint es ein einfacheres Bauwerk zu sein. Tatsächlich wurde es so entworfen, dass es äußerlich einfacher erscheint, doch im Inneren war es sehr imposant.

Bedauerlicherweise wurde er durch ein Feuer während des zweiten Weltkrieges (1944) stark beschädigt, aber ein Besuch lohnt sich noch immer.

Der Camposanto hinter dem Baptisterium Der Camposanto hinter dem Baptisterium

Was sollte man sonst noch auf dem Campo dei Miracoli unternehmen?

  • Sie sollten einen Blick auf die Porta Leone (das Löwentor) hinter dem Baptisterium werfen. Es steht auf dem Platz, wo einst das römische Stadttor stand. Wenn man unter dem Löwen steht, kann man einen ganz besonderen und "alternativen" Blick über den Platz werfen.
  • Hinter der Porta Leone liegt der jüdische Friedhof, den viele Reisende zu besichtigen vergessen.
  • Man kann zwei Museen besichtigen, das Museo dell`Opera del Duomo und das Museo delle Sinopie.
  • Wenn man auf so was steht, kann man die vielen Souvenirstände mit ihren kitschigen Mitbringseln erkunden. Meine persönlichen Favoriten sind die turmförmigen Tischlampen, die von innen leuchten. Vergessen Sie nicht Ihre Postkarten zu kaufen! Es gibt keinen besseren Ort um sie zu schreiben als auf dem Gras oder den Stufen der Kathedrale auf dem Campo dei Miracoli. Oder man kann sich in eine der Pferdekutschen setzten und eine Tour durch die Stadt machen.
  • Nur einige Schritte vom Campo dei Miracoli entfernt liegt der beeindruckende Palazzo Arcivescovat, Heimat des Erzbischofs von Pisa. Auch dies ist sehenswert.
  • Wenn Sie kleine Märkte und ethnische Werke mögen, sollten Sie den Platz durch die Porta Nuova verlassen und Sie werden einen echten ethnischen Markt zu Ihrer rechten finden. Der Eingang zum jüdischen Friedhof liegt ebenfalls dort.

Was sollte ich auf keinen Fall auf dem Campo dei Miracoli machen?

Verlassen Sie Pisa sofort nachdem Sie die Monumente des Platzes besichtigt haben. Sie bekommen sonst einen völlig falschen Eindruck von der Stadt.

Hilfreiche Informationen

Opera Primaziale Pisana

Wenn Sie beabsichtigen die Bauwerke auf dem Platz der Wunder zu besichtigen, besuchen Sie die offizielle Webseite der Opera Primaziale Pisana. Es gibt dort eine ausführliche Seite mit den Öffnungszeiten jedes Monuments.

Die Preise

Der schiefe Turm von Pisa

Ticket: 15 Euro¸ wenn Sie online buchen 17 Euro
Bitte beachten Sie: Um Ihr Ticket online bestellen zu können, müssen Sie Ihre Personalausweis- oder Passnummer angeben.

Kathedrale

Ticket: €2
Wenn Sie an einer Messe im Duomo teilnehmen möchten: Die Messe wird zweimal täglich gefeiert um 8:00 Uhr und um 9.30 Uhr sowie sonntags zusätzlich um 11:00 Uhr.

Tickets für mehr als ein Bauwerk

1 Eintritt
Baptisterium oder Monumental Friedhof oder Opera Museum oder Sinopie Museum: €5

2 Eintritte
Kathedrale oder Baptisterium oder Munumental Friedhof oder Opera Museum oder Sinopie Museum: €6

3 Eintritte
Baptisterium oder monumental Friedhof oder Opera Museum oder Sinopie Museum: €8.50

Stadtmauern

€ 2

Jüdischer Friedhof

Es handelt sich hierbei um einen der ältesten jüdischen Friedhöfe der Welt, der 1674 gegründet wurde.

Öffnungstage: Sonntag Morgen und Mittwoch Nachmittag.

Begleitende Führungen sind in Französischer, Englischer und Hebräischer Sprache möglich, müssen jedoch vorher reserviert werden.

Die offizielle Seite der jüdischen Gemeinde von Pisa
Via Palestro, 24
56127 - Pisa
Tel e Fax: 050/542580

Für weitere Anregungen und Ideen um Pisa zu entdecken, besuchen Sie unsere Seite über Wege Pisa zu entdecken.